Begeisterndes Winterkonzert des LUG in der voll besetzten Stadthalle

Winterkonzert des LUG in der Stadthalle – Da bleibt nur zu sagen: weiter so!

Mit dem letzten Titel “Carry on” setzte die Bigband des LUG den musikalischen Schlusspunkt in der Stadthalle. “Carry on” - macht weiter so! - das möchte man nach so einem fulminanten Abend den jungen Musikerinnen und Musikern auf der Bühne am liebsten zurufen. Aber der Reihe nach.

In Offenbachs Ouvertüre zur Oper “Orpheus in der Unterwelt” verschmolzen die verschiedenen Stimmgruppen wunderbar zu einem sinfonischen Klangbild, in dem einzelne Solisten des Orchesters ihr Können demonstrierten. Große musikalische Euphorie zeigte das Orchester im temporeichen “Can Can”. In der eigens für das Konzert arrangierten Star-Wars-Suite hörte man ausgearbeitete Rhythmik im Darth Vader-Marsch und schön gestaltete Bläsermelodien der elegischen Teile des Stückes. Sicher einzigartig ist, dass das Sinfonieorchester des LUG im Team dirigiert und geleitet wird und auf beide Dirigenten bestens eingestimmt ist.

Ein vokales Ausrufezeichen setzte der Chor der Gesangsklassen 5-7 mit der “Litany for a whale” von John Cage. Das kanonartige Motiv verwandelte sich im Laufe des Stücks in wabernde Unterwasser-Klangfelder, die hervorragend intoniert die klangliche Welt des Meeres zum Vorschein brachten. Mit intensivem Ausdruck und mit improvisatorischen Einlagen gefiel besonders das musikalische Unwetter “Flooding Rains” - das mit einem krachenden Donnerschlag auf der Bühne endete.

Der Chor der Gesangsklasse 6 bestach im schweren dreistimmigen Gospel “Didn’t My Lord Deliver Daniel” durch das rasante Tempo und Spitzentöne im vokalen Grenzbereich. Im Song “Chocolate Chip Cookies” stellte der Chor sein komödiantisches Talent unter Beweis – nicht nur tolle Soli der Jungs ließen aufhorchen, abschließend wurde das Publikum ganz titelkonform auch noch mit frisch gebackenen Keksen belohnt.

Ein Markenzeichen dieser Musikfachschaft am LUG ist sicher die Tatsache, dass mit einer großen Durchlässigkeit innerhalb der Ensembles von früh auf wie bei den “Großen“ musiziert wird und bereits Schüler der Unterstufe die Möglichkeit haben, sich wie richtige “Jazzer” zu fühlen. So konnte man auch an diesem Abend in den Genuss eines tollen Saxophonsolos aus der Junior Band kommen, das mit “Born to be wild” die Rock-Hymne der 70er thematisierte. Das junge Ensemble, vorwiegend besetzt aus Schülern der Unterstufe, beendete unter großem Applaus ihren Auftritt mit “Smoke on the water”.

Das Vokalensemble des LUG (ausgewählte Sängerinnen und Sänger aus dem Mittel- und Oberstufenchor)  trugen mit Ausdauer und großer Ausdrucksstärke ein Medley aus “Les Misérables” vor – besonders gefielen die glockigen Sopranstimmen. Nach dem ruhigen Intermezzo des Vokalensembles brachte die Jazz/Rock-Combo ordentlich “Groove” auf die Bühne. Dank der sehr stabilen Rhythmusgruppe gelangen allen Musikern beeindruckende Soli.

Die große musikalische Bandbreite dieses Abends war nicht nur an den verschiedenen musikalischen Stilen festzumachen, sondern beachtlich war auch, mit wie vielen unterschiedlichen Formationen das LUG auf der Bühne vertreten ist. Aufbauend auf dem Modell der Gesangsklassen kann der Mittel- und Oberstufenchor auf eine Vielzahl gut ausgebildeter Stimmen zurückgreifen. Ob im a-cappella-Arrangement “Engel” von Rammstein oder im Song “Circle of Life” - der Chor überzeugte mit schönen vokalen Farben sowie vielen eigenen ausgedachten Choreographien.

Den letzten Höhepunkt des Abends setzte die Bigband des LUG. Im Jazz-Klassiker “Cantaloupe Island” hörte man gut getimte Funk-Elemente sowie frei musizierte solistische Einlagen. Souverän und mit großer klanglicher Präsenz in der Bläser-Section gelang der fast 50-köpfigen Band das Stück “Time after time”.

In seinen Worten betonte Schulleiter Georg Braun die so wichtige, weil so viele und verschiedene Menschen zusammenführende und verbindende Rolle der Musik. Sein Dank ging an alle darbietenden Musiker und mit David Schmid, Daniel Bucher und Sebastian Auer auch an die drei Leiter der Ensembles. Abschließend fasste die Bigband das Credo des Abends, das sich bestimmt auch Zuschauer wünschten, musikalisch noch einmal zusammen: “Carry on” - macht weiter so! (PM)