Pressebericht: "Ausstellung:Störfall Pythagoras"

Wie sieht a²+b²=c² in flüssiger Form aus?

Ab heute Ausstellung der FH Stuttgart am Ludwig-Uhland-Gymnasium Berühren erwünscht - Mathe kann anschaulich sein und Spaß machen

Eine Kiste Sand, rote und grüne Holzklötzchen, Schnüre, ein selbstgebastelter Zirkel, ein Legespiel zu den Dreieckszahlen. Alles Gegenstände, die man „in die Hand nehmen“ kann. Und: Sie können Mathematik rund um den Satz von Pythagoras sichtbar und greifbar machen. Schnell wird dabei klar: Mathe besteht keinesfalls nur aus trockenen und lebensfremden Formeln und Beweisen. Mathe kann mit Hilfe von Spielen und Experimenten sogar „erlebbar“ gemacht werden und damit regelrecht Spaß machen. Ab heute ist die Ausstellung des Studiengangs Mathematik der Fachhochschule Stuttgart eine Woche lang im Ludwig-Uhland-Gymnasium zu sehen.

Mit Knotenschnüren erzeugten schon die alten Ägypter einen rechten Winkel  Die Exponate wollen auf die Sinne der Besucher zielen. Experimente mit dem Monochord sollen den Zusammenhang zwischen Musik und Mathematik hörbar machen. Ein Flüssigkeitsmodell zum Satz von Pythagoras bietet etwas für die Augen und die ästhetische Seite der Mathematik wird in den platonischen Körpern „begreifbar“. Deshalb lautet die Devise: „Berühren erwünscht“.

Die vordergründige Zielgruppe der Ausstellung sind Schüler der Mittel- und Oberstufe, die in ihrer Schulkarriere bereits etwas über den „Satz des Pythagoras“ gehört haben. Sie richtet sich aber auch an alle ehemaligen Schüler. Besonders auch an diejenigen, die Mathematik in ihrer eigenen Schulzeit nicht unbedingt als Lieblingsfach hatten.

Durch die Ausstellung führen Mathematik-Lehrer des Ludwig-Uhland-Gymnasiums. Im Anschluss an die Führung haben die Schüler Gelegenheit zum eigenständigen Experimentieren. Auch Schüler anderer Schulen sind herzlich eingeladen.

Mit seiner Wanderausstellung möchte der Studiengang Mathematik der FH Stuttgart auch auf sich selbst aufmerksam machen. Aktueller Anlass dafür ist das World Mathematical Year 2000, ein von der UNESCO gefördertes Vorhaben mit dem Ziel, die Mathematik stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken.

Während die FH-Mathematiker seit einer Reihe von Jahren ausgezeichnete Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und ihren Arbeitsvertrag in der Regel noch vor dem Diplom in der Hand halten, steht es um den Studierenden-Nachwuchs schlecht. Jedes Jahr bleibt ein Teil der Studienanfängerplätze unbesetzt.

Die Wanderausstellung soll nun dafür sorgen, dass sich der Bekanntheitsgrad des Studiengangs erhöht und bei den Schülern die Botschaft „Mathe macht Spaß!“ ankommt.

Tanja Gotthold